AFRICANTERMINAL

AFRICAN

TERMINAL

Der African Terminal bezieht im Sommer 2017 am alten Afrika Terminal (Hafencity/Baakenhöft) Quartier. Vor gut hundert Jahren wurden von hier aus die Truppen der deutschen Kolonialmacht ins heutige Namibia, das ehemalige Deutsch Südwestafrika verschifft. Indem wir das Afrika Terminal zum African Terminal machen, wollen wir praktische Erinnerungsarbeit im gegenwärtigen Miteinander leisten.

Ort

Von Beginn des 20. Jahrhunderts bis noch nach dem 2. Weltkrieg war der Baakenhafen der Liegeplatz der Woermann Linie sowie der sogenannten Deutschen Ostafrika Linie. Woermann hatte ein Monopol auf Militärtransporte und verschiffte ab 1904 vom Peterskai aus Soldaten und Waffen ins heutige Namibia, das ehemalige Deutsch Südwestafrika, die dort den Aufstand der Herero und Nama gegen die deutsche Kolonialmacht blutig niederschlugen. Heute nennen Historiker_Innen diese Ereignisse den ersten von Deutschen begangenen Völkermord und so werden in Hamburg sowie international Debatten um die Anerkennung des Völkermordes, eine entsprechende Entschädigung und Formen des Gedenkens geführt.

Hier an diesem Ort, wo nichts an die Truppenverschiffungen und die Folgen kolonialer Politik, nichts an die Rolle des Hamburger Kaufmanns Adolph Woermann im deutschen Kolonialismus erinnert, situiert sich der African Terminal als postkoloniale Kooperative. Hier werden durch den Kolonialismus tradierte Handelsstrukturen angeeignet, umgedreht und neu gestaltet und dadurch auch eine praktische Aufarbeitung der spezifischen Geschichte und ein Erinnern an die Gräueltaten vollzogen.

Der African Terminal ist derzeit eine mobile Installation, die auch an anderen, insbesondere an kolonialgeschichtlich relevanten Orten eingerichtet und im Rahmen von Kulturveranstaltungen, Festivals und Ausstellungen mit thematischem Bezug gebucht werden kann. Bei Interesse bitte melden!